Beim Neubau ist noch alles möglich. Keine tragende Wand im Weg, kein Bad, das bleiben muss, wo die Leitungen liegen, keine vorgegebene Deckenhöhe. Jede Raumaufteilung ist frei — solange sie auf dem Papier existiert.
Die meisten Bauvorhaben verschenken das. Sie beginnen mit der Hausform und verteilen die Räume darin. Was übrig bleibt, wird Abstellraum. Im Alltag zeigt sich das dann so:
- Zu wenig Stauraum, weil niemand gefragt hat, was aufbewahrt werden muss
- Eine Küche, die den Koch mit dem Rücken zu den Gästen stellt
- Offene Räume ohne eine Ecke, in die man sich zurückziehen kann
- Licht von der Decke, weil die Elektroplanung fertig war, bevor jemand wusste, wo das Sofa steht
Das sind keine Baufehler, sondern Planungslücken — sie entstehen, weil Innenarchitektur in den meisten Bauprojekten zu spät kommt.
Wir gehen umgekehrt vor. Erst klären wir, wie Sie leben wollen: Wo soll Morgensonne hereinfallen? Wie viele Menschen sind gleichzeitig im Haus, und wo geht einer davon in Ruhe? Daraus entstehen die Räume — und erst daraus die Hülle des Hauses.
Das Ergebnis:
- Raumgrößen nach Nutzung, nicht nach Raster
- Funktionen dort, wo sie im Alltag zusammengehören — Vorzimmer, Garderobe und Hauswirtschaftsraum in einer Linie
- Fenster dort, wo Licht gebraucht wird, nicht wo die Fassade Symmetrie verlangt
So entsteht ein Zuhause, das schön ist und zugleich funktioniert — und nicht eines, bei dem man sich mit dem Grundriss arrangiert hat. Dieser Vorteil gilt genau so lange, wie der Grundriss noch nicht freigegeben ist.