Wie setzt man Räume richtig in Szene?

In Magazinen, Blogs und Büchern gibt es ohne Ende begehrenswerte Wohnideen, die wir uns nur zu gerne ansehen. Derart beflügelt möchte man vieles anpacken und neu gestalten. Aber, wie muss man vorgehen, um seine eigenen vier Wände in so ein Dreamhouse zu verwandeln? Die zu erwartenden Kosten übersteigen meistens das Budget und überhaupt: Wo fängt man an?

Zwischen Begehrlichkeiten und der nüchternen Realität klafft ein fetter Spalt. Brauchen wir also wirklich noch mehr unrealistische Einrichtungstipps? Wie wäre es stattdessen, mit einfachen Ideen, die wirklich in jeder Wohnung funktionieren – ob großzügiger Altbau, 3-Zimmer-Etagenwohnung, Loft oder kleine Studentenbude.

In unserer neuen Serie “Geniale Einrichtungstipps, die funktionieren!” geben wir Ihnen viele leicht umsetzbare und nützliche Tipps, um Ihr Zuhause selber noch wohnlicher zu gestalten.

Und los geht’s mit dem ersten Thema:

Die Beleuchtung oder Wie erhöhe ich Behaglichkeit in meinen eigenen vier Wänden

Die richtige Beleuchtung macht den Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Raum und einem mit Charakter. Aber was heißt das genau? Wie geht “Beleuchtung”?

Jeder kennt doch dieses Gefühl: man betritt eine Wohnung, ein Geschäft oder ein Kaffeehaus und merkt es sofort: Hier fühle ich mich so richtig wohl! Das Warum ist gar nicht immer klar zu definieren. Vielleicht sind es die harmonisch abgestimmten Farben, die Möbel, die hübsche Dekoration, Wohlgerüche oder einfach irgendwie die helle und freundliche Atmosphäre? Die meisten werden wohl denken: “Mei, es ist halt so ein Bauchgefühl.”

Tatsächlich steht und fällt dieser Eindruck mit der richtigen Ausleuchtung eines Raumes, denn Licht erzeugt Atmosphäre. Um das zu erreichen, muss man kein Genie sein. Hier sind ein paar Tipps aus meiner Erfahrung als Innenarchitekt, wie Ihr Heim noch “heimeliger” wird.

5 Tipps für eine stimmungsvolle Ausleuchtung Ihres Zuhauses – zum Nachmachen

Tipp Nr. 1: Verschiedene Lichtquellen verwenden

Mit dem Einsatz von verschiedenen Lichtquellen kann man einem Raum nicht nur um mindestens 30 Prozent mehr Wirkung verleihen, sondern man schafft auch optische Raumeinteilungen, Raumbegrenzungen und sorgt für die passende Stimmung. Für jede Situation gibt es ein passende Lichtquelle und -farbe, man muss sie nur richtige einsetzen. Grundsätzlich gilt: Je indirekter das Licht, umso besser. Deckenleuchten sollten mit Steh-, Wand- und Tischleuchten ergänzt werden.

Die Lampen großzügig in der Wohnung verteilen, da diese schönen Lichtquellen Wohnlichkeit vermitteln. Ein weiterer Vorteil ist, Sie können mit mehreren Lampen die Lichtintensität nach Geschmack und Anlass variieren.

Tipp Nr. 2: Korrekte Lichtquellen einsetzen

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen drei großen Kategorien an Lichtquellen: hartes direktes Licht, weiches direktes Licht und indirektes Licht.

Harte direkte Lichtquellen

Diese umfassen alle Leuchtkörper, in die man direkt hineinschaut, und die das Licht sehr stark konzentrieren, wie z. B. eine Leseleuchte. Man setzt sie vorwiegend zum Ausleuchten von Arbeitsbereichen ein, z. B. für die Arbeitsfläche einer Küche, den Schminkbereich im Bad oder am Arbeitsplatz auf dem Schreibtisch.

Designtechnisch verwendet man harte Lichtquellen für die Beleuchtung einzelner Raumkörper bzw. Objekte wie z. B. Vitrinen, Bücherregale oder Bilder. Mit einer sorgfältig ausgewählten Beleuchtungsstärke wirken Räume gleich ganz anders, als wenn nur reguläre Glühlampen verwendet würden.

 

Weiche direkte Lichtquellen

Bei diesen Lichtquellen sieht man den Leuchtkörper selbst nicht, sondern das Licht wird über Stoffe oder satiniertes Glas verteilt. Tischlampen mit Stoffschirmen wären ein Beispiel dafür. Dadurch erhält ein Raum mehr Helligkeit, wirkt aber trotzdem weicher und gemütlicher als mit harten direkten Lichtquellen. Und wenn man dem Raum auch gleich noch etwas Farbe geben möchte, sich aber das Streichen einer Wand ersparen will, kann man einfach ein Glas in seiner Lieblingsfarbe vor die Lichtquelle setzen.

 

Indirekte Lichtquellen

Hier sind die Leuchtkörper sozusagen versteckt. Das Licht wird über die Decke oder Wandreflexionen in den Raum getragen. Dies gibt einem Raum eine angenehme Grundausleuchtung und sorgt für eine gemütliche Stimmung. In Kombination mit den beiden direkten Lichtquellen rundet es einen Raum erst richtig ab. Sinnvoll ist es auch diese Art von Leuchtmittel dimmbar zu wählen, um verschiedenen Situationen gerecht zu werden. Dadurch haben Sie die Möglichkeit das Abendessen bei hell erleuchtetem Raum zu genießen und im Anschluss in eine gemütlichere Atmosphäre durch gedimmtes Licht einzutauchen.

 

Tipp Nr. 3: Wo und was beleuchtet man am besten?

Ein durchdachtes Lichtkonzept ist wie das Abschmecken eines Gerichts – erst hier wird alles verfeinert und abgerundet!

  • Zur allgemeinen Raumausleuchtung empfiehlt sich eine Deckenbeleuchtung. Diese Lichtquelle kann sowohl verdeckt, als auch in Form von Hänge- oder Wandleuchten sein (siehe Tipp Nr. 2, Kategorien von Lichtquellen).
  • Setzen Sie Akzente. Mit Punktstrahlern, die das Licht gezielt bündeln, hebt man bestimmte Möbelstücke, Bilder, Skulpturen oder was man möchte deutlich hervor.
  • Ecken lassen sich gut mit Stehlampen ausleuchten, wenn dort z.B. ein Beistelltischchen oder Regal mit Dekorationen steht – oder einfach nur so.
  • Tischlampen sind eine weitere Lichtquelle, die man zur Beleuchtung eines Raumes oder Platzes einsetzen kann. Ihr üblicherweise weiches, warmes Licht verstärkt das Gefühl von “heimelig”.
  • Verdeckte Lichtbänder oder Lichtleisten hinter Gegenständen sind ebenfalls so eine Möglichkeit, etwas geschickt aber dezent hervorzuheben. Selbst Treppen lassen sich durch verdeckte Lichtbänder indirekt beleuchten. All dies trägt zu einem gemütlichen Ambiente Ihrer Wohnung bei.

Extra-Tipp: Sparen Sie nicht an Beleuchtungskörpern. Gutes, angenehmes Licht trägt zum Wohlbefinden bei und unterstützt Ihre Augen. Billigprodukte erreichen meiner Erfahrung nach nicht die von Ihnen angestrebte Wirkung. In einem Beleuchtungsfachgeschäft erhalten Sie kompetente Beratung und die richtigen Produkte für Ihre Zwecke.

 

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Tipp Nr. 4: Das richtige Leuchtmittel bestimmen

Welche Glühbirnen eignen sich für was?

Überkommt Sie beim Anblick der Menge an Leuchtmitteln und deren Aufschriften im Regal auch ein Gefühl der Verwirrung?

Früher hatten wir 20, 40, 60, 75 oder 100 Watt Birnen, da wusste man noch, was man kauft. Heute steht da Lumen drauf. Und Kelvin. Energieeffizienz und LED-Leuchtmittel bescheren uns diese neuen Begrifflichkeiten. Wer kennt sich da noch aus, ganz ohne Fachberatung? Keiner! Genau deshalb erkläre ich kurz, um was es sich dabei handelt:

Was sind Lumen und Kelvin?

  • Lumen ist die Einheit für Lichtstrom und bezeichnet die Helligkeit eines Leuchtmittels. Lumen ist das lateinische Wort für Licht oder Leuchte.
  • Kelvin ist die physikalische Einheit für die Farbtemperatur des erzeugten Lichtes, also ob es warmes oder kühles Licht abgibt.

So finden Sie sich beim Einkauf von Leuchtmitteln mit der Angabe von Kelvin zurecht:

  • Warmweißes Licht hat zwischen 2700 und 3300 Kelvin, entspricht dem natürlichen Licht während eines Sonnenuntergangs. Je rötlicher es ist, desto entspannender ist seine Wirkung für uns. Ein perfektes Licht für gemütliche Stunden im Wohn- oder Schlafzimmer.
  • Neutralweißes Licht hat zwischen 3300 und 5300 Kelvin und schafft eine “sachliche” Beleuchtung. Diese eignet sich hervorragend für Küche oder Bad.
  • Tagweisses Licht hat zwischen 5300 bis 8000 Kelvin und erreicht tageslichtähnliche Situationen. Dieses tagweisse Licht eignet sich bestens für die Beleuchtung von Arbeitsplätzen, denn helles Licht wirkt sich positiv auf unser Wohlbefinden aus und fördert die Konzentration.

Eine praktische Umrechnungstabelle für Watt in Lumen:

Watt und Lumen Umrechnungstabelle - 5 geniale Beleuchtungstipps für mehr Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden - zum Nachmachen!

(Quelle: https://leuchtmittelmarkt.com/ratgeber/umrechnung-watt-lumen/)

Tipp Nr. 5: Kerzen – verlässliche Licht und Stimmungsmacher daheim

Gruppiert oder einzeln erschaffen Kerzen ein zusätzliches Wohlfühlambiente, das vielleicht nur noch durch einen angenehm dezenten Duft zu toppen ist. Aber Vorsicht: Nicht jeder mag Duftkerzen und auch hier gilt: weniger ist in jedem Fall mehr, wenn Sie Ihre Gäste nicht vergraulen wollen.

Stellen Sie Ihr Kerzenarrangement auf ein Tablett oder eine andere hübsche Unterlage mit Rand, damit der flüssige Wachs nicht auf Ihre Möbel läuft oder eine heruntergebrannte Kerze nicht die Oberfläche verbrennt. Glasvasen oder andere große Gläser können auch mit Sand, Steinen oder mit etwas Wasser befüllt werden, bevor man eine Kerze hineinstellt. Dies schaut hübsch aus und beugt zugleich einer möglichen Brandgefahr beim unbeaufsichtigten Abbrennen der Kerzen vor.

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Zusammenfassung: Kleine Checkliste mit allen Beleuchtungstipps

✅ Durch die richtige Beleuchtung, dem Raum 30 % mehr Wirkung geben

✅ Optische Raumeinteilungen durch Beleuchtung erzielen
✅ Verschiedene Lichtquellen verwenden
✅ Warmweißes Licht für gemütliche Stunden
✅ Neutralweißes Licht für Küche und Bad
✅ Tagweißes Licht für den Arbeitsplatz
✅ Besonderes Augenmerk auf alle möglichen Situationen und Funktionen eines Raumes

 

Ein auf Ihre Bedürfnisse abgestimmtes Lichtkonzept wird Ihre Lebensqualität erhöhen und Sie täglich daheim mit Freude erfüllen. Gerne unterstützen wir Sie bei dieser Aufgabe. Anruf genügt 😉

Zum Abschluss hoffe ich, dass meine Tipps für einige Anregungen gesorgt haben, wie Sie Ihr Zuhause mit den richtigen Lichtquellen verschönern können und freue mich wie immer, persönlich von Ihnen zu hören!

Ihr Horst Steiner
Tel. +43 724 3220 51 – 55
info@horst-steiner.com

 

P.S.: Aus der Serie “Geniale Einrichtungstipps, die funktionieren” erfahren Sie im Oktober, welche Einrichtungsfehler bei Teppichen am häufigsten gemacht werden und warum diese Art von Bodenbelag wieder stark am Kommen ist. Lernen Sie Teppiche richtig auszuwählen und perfekt zu platzieren.

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